Francis Alÿs
Time is a trick
of the mind

MMK Museum für Moderne Kunst
Buchdesign

In der im MMK Museum für Moderne Kunst präsentierten Werkgruppe von Francis Alÿs steht die Video-Arbeit Time is a Trick of the Mind im Mittelpunkt. In zwei kleinen Projektionen knapp über dem Boden auf eine Wand des Ausstellungsraumes ist jeweils der gleiche Zeichentrickfilm zu sehen. Die animierten Zeichnungen erzählen von einer Begebenheit, die jeder kennt: Wir gehen als Kind an einem Zaun vorbei, streifen ihn mit einen Stock und hören im Vorübergehen den Klang der an- und abschwillt, je nachdem, wie stark wir den Stock gegen den Zaun drücken und wie schnell wir ihn an den Stäben vorbeiziehen. Nur ein Zeitvertreib, mehr nicht. Starten die Endlosschleifen der Videobänder am Beginn eines jeden Tages absolut parallel, so zeigt sich mit zunehmender Spieldauer, dass die Synchronität allmählich verloren geht. Nach und nach entwickelt sich durch die nicht perfekte Technik aus dem eben noch gleichmäßigen Takt ein faszinierender Rhythmus. Zeit, so scheint die Musik der Stäbe zu sagen, ist eine Illusion des Geistes und wie alle Illusionen nur noch schwer zu kommunizieren. (Textauszug: Andreas Bee)

  • MMK Frankfurt Francis Alÿs Editorial Design Buchgestaltung
  • Francis Alÿs
Time is a trick 
of the mind · MMK Museum für Moderne Kunst
Buchdesign
  • MMK Frankfurt Time is a Trick of the Mind Cultural Context Book Design
  • MMK Frankfurt Time is a Trick of the Mind Editorial Design Buchgestaltung
  • Museum für Moderen Kunst Time is a Trick of the Mind Editorial Design Buchgestaltung
  • Museum für Moderen Kunst Time is a Trick of the Mind Cultural Context Book Design

Die Wiedergabe dieses Werks von Francis Alÿs in einem Buch stellte eine Herausforderung dar. Soll man einige Stills aus dem Film zeigen und eine Aufnahme des Raums? Das wäre der gängige Ansatz.

Wir wollten das filmische Element ins Buch tragen. Dafür wählten wir ein kleines Format, sehr steifes Papier und druckten die Einzelbilder des Films so hintereinander, dass man sie als Daumenkino betrachten kann. Den einen Loop auf die linken Seiten, den zweiten Loop auf die rechten Seiten. Da das Auge auch hier jeweils nur einen der beiden „Filme“ betrachten kann, stellt sich auch hier das Spiel mit der Nicht-Synchronizität ein wie beim Betrachten der Projektion vor Ort im Museum. Das rhythmische Geräusch der Seiten beim Vorbeiklappen am Daumen liefert sogar noch eine im Original nicht vorhandene Tonspur.